Die Ehe, der Ehemann, und die Ehefrau
Zu einer perfekten Ehe gehören mindestens zwei Menschen:
ein Ehemann und eine Ehefrau.
Was ist aber ein „Ehemann“?
Wenn es stimmt, dass „Teigwaren“ so heißen, weil sie Teig waren, ehe sie „Teigwaren“ wurden, dann war der Ehemann ein Mann, ehe er ein Ehemann wurde.
Und was ist ein „vollkommener Ehemann“?
Nun, er raucht nicht, trinkt keinen Alkohol im Übermaß, er macht den gesamten Haushalt ohne besondere Anleitung, hat einen sicheren Beruf, er sorgt für den Hund, ist kinderlieb und - und das ist das Wichtigste -
Er ist Junggeselle!
Die Luxusausführung gibt es dann noch in der Ausführung“ „Selbstreinigend!“
Wenn eine Frau ein solch seltenes Exemplar findet, sollte sie es sofort festhalten, denn er ist bestens geeignet für die einzige Form der Leibeigenschaft, die gesetzlich geregelt ist, die Ehe.
Die Frauen jedoch, die sich ein „Sonderangebot“ ausgesucht haben, sollten beachten, dass bei denen die Rücknahmepflicht entfällt.
Manche Männer sind als Ehemänner eine reine Katastrophe, aber als Scheckbuchträger ein Schatz. So haben die meisten Ehemänner irgendwelche Vorzüge, die die Frauen gnädig stimmen, damit diese nicht die Sitte einiger Spinnenweibchen aufgreifen und die Männer nach der Hochzeitsnacht gleich auffressen. Eine zugegebenermaßen totale Vereinfachung bei den sonst drohenden Eheproblemen.
Aber wir wollen erst einmal sehen, was eine „vollkommene Ehefrau“ ist.
Die vollkommene Ehefrau weiß, dass kein Mann vollkommen ist.
Dass sie deshalb als „Herrgottsschnitzerin“ arbeiten muss lässt sie ihn aber nicht merken. Es soll dabei schon Frauen gegeben haben, die ihren Mann als braven Hofhund abgerichtet haben und ihm danach erfolgreich eingeredet haben, dass er jetzt ein kühner Löwe sei. Und anschließend wird von der Frau als der „besseren Hälfte“ und beim Mann von der „verbesserten Hälfte“ gesprochen.
Wenn eine Ehefrau ausnahmsweise ihren Mann klüger sein lässt, als sich selbst, dann nur, um ihn sofort daran zu erinnern, dass der Klügere immer nachgibt.
Überhaupt muss die ganze Geschichte mit der „Ehe“ von einer Frau erfunden worden sein. Ein Mann wäre nie im Leben darauf gekommen. Die wirklich gut geeigneten Ehemänner bleiben deshalb häufig ledig, weil sie zu rücksichtsvoll sind, um zu heiraten.
Es wird ja oft behauptet, dass viele Ehemänner vergessen, dass sie verheiratet sind, sobald sie eine schöne Frau sehen. Das halte ich für ein Gerücht, gerade dann werden sie besonders schmerzlich daran erinnert, jetzt ja keine Fehler zu machen.
Und alle Menschen machen Fehler, auch Ehemänner, nur die Ehemänner merken sie schneller. Dafür brauchen sie sich ihre eigenen Fehler nicht genau zu merken. Es ist doch überflüssig, dass sich zwei dasselbe merken.
Als ideales Ehepaar kann ich mir Adam und Eva vorstellen. Er musste sich nicht dauernd anhören, welch tolle Partien sie hätte machen können, und sie bekam nicht immer wieder erzählt wie gut seine Mutter gekocht hatte.
Als Fehler bei den Frauen wird häufig hervorgehoben, dass sie länger und schneller reden können als sogar das Echo.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Männer um die 25.000 Worte am Tag sprechen. Frauen so ungefähr 30.000. Nun klagen manche Männer, dass sie während des Tages ihre 25.000 Worte schon verbraucht haben, während ihre Frauen ihre 30.000 Worte am Abend, wenn er nach Hause kommt, erst noch loswerden wollen. Und meist sind sie dann auch nicht zu bremsen. Im Streit hat schon manche Frau die Hand auf den Tisch geknallt und gesagt: „Halt den Mund, wenn ich Dich unterbreche“.
Wenn eine Frau ein Minute lang nichts sagt, ist sie entweder bewusstlos oder tot.
Ein wirklich weiser Mann unterbricht seine Frau auch dann nicht, wenn sie eine Woche lang nicht mit ihm spricht. Dann verkehren sie eben nur noch schriftlich miteinander. Er schreibt einen Zettel: „Morgen früh um sieben wecken!“ Wenn er am nächsten Tag um acht Uhr verschreckt hochfährt sieht er neben seinem Zettel einen zweiten, auf dem steht: „Es ist jetzt sieben Uhr! Aufstehen!“
So wissen sich Frauen immer zu helfen, und sie behalten im Streit meist das letzte Wort.
Und wir Männer würden unseren Frauen ja gerne das letzte Wort überlassen, wenn wir nur sicher sein könnten, dass es wirklich das letzte wäre.
Frauen sind sehr von sich eingenommen. Sie irren sich nie!
Fehler würden sie natürlich sofort eingestehen, aber sie mach eben keine Fehler.
Sie wissen sehr genau, Männer sind vorwiegend männlich, Frauen aber sind göttlich. Und ein Weiser hatte ihnen auch beigepflichtet, als er feststellte: „In der Tat sind Frauen das Beste, was es in dieser Art gibt“!
Aber auch heute im 20.Jahrhundert halten sich die Frauen noch gern an die einfachsten Dinge des Lebens – eben an uns Männer.
Und wir Männer? Wir wissen selbst ganz genau:
In jedem Mann steckt ein Kind. Und das will er einem armen, jungen Mädchen andrehen. Und dieses Kind im Manne will spielen. Wenn es einen Aufsitz-Wohnungs-Staubsauger gäbe, wären wir sicher sogar zur Hausarbeit zu überreden. So aber gehen wir in unsere Büros, erfinden sogar Raumfähren zum Mond, aber wenn wir abends nach Hause kommen sind wir nicht in der Lage einen Faden in eine Nadel einzufädeln und uns selber einen Knopf ans Hemd zu nähen. Und wenn ein Mann tatsächlich seinen Aschenbecher selbst geleert hat, dann versucht er den Eindruck zu erwecken als hätte er das ganze Haus geputzt.
Um diese häufigen gegenseitigen Fehler wissen alle Beteiligten. Und dennoch versuchen sie sich gegenseitig kennenzulernen, um einander zu heiraten.
Manch jungem Mann, der in den Hafen der Ehe einlaufen will, sollte man raten, erst einmal eine Hafenrundfahrt zu machen. Er hat so eine viel bessere Ausgangsposition das „Rätsel Frau“ gar nicht erst lösen zu wollen. Denn es gibt da nur zwei Möglichkeiten. Frauen sind entweder so wie wir – oder eben anders,
Und meist wollen wir sie auch anders.
Und es gibt auch nur zwei Sorten von Männern, die das einfach nicht verstehen können: Ehemänner und Junggesellen.
Sollte jemand meinen, die Frauen seien ihm nicht intellektuell genug, dann soll er nicht vergessen, bei der Herstellung der Frauen durch den Herrgott, war der durchschnittliche Mann das Maß an das er die Frauen anpassen musste.
So passiert es eben doch immer wieder, dass ein verliebter junger Mann und seine niedliche Freundin abends Im Park eng aneinandergeschmiegt sitzen, und schmusen. Und er bedrängt sie immer wieder: „Ach Liebling, sag doch endlich die berühmten drei Worte, die uns auf ewig miteinander verbinden, Du machst mich damit zum glücklichsten Menschen der Welt!“ Und sie rückt ein Stück von ihm ab, hält ihn mit beiden Händen an den Schultern, schaut ihm in die Augen, öffnet vorsichtig den Mund, und dann sagt sie endlich die drei Worte: „Ich bin schwanger!“
Und jetzt, wo er endlich seine ersehnte Lebensgefährtin hat, geht ihm ein Licht auf: Lebensgefährtin hat etwas mit Lebensgefahr zu tun.
Und wenn die beiden sich jetzt dennoch trauen, und dem Trauschein vertrauen, sprich sie heiraten, und wenn sie dann mit ihrer überwältigenden Liebe gemeinsam eine wirklich glückliche Ehe hinbekommen, dann beweist das immerhin: „Durch die Liebe ist selbst die Quadratur des Kreises möglich“